11
Mai
2006

Jetzt endlich - Tag 5: Die Brücke der Freundschaft

Zunächst einmal muss ich etwas loswerden: Usbekistan is the new Andalucia! Ich bin nachhaltig beeindruckt von der Architektur und werde auf jeden Fall wiederkehren und etwas mehr Zeit zum Sightseeing mitbringen. Termes hat mir besonders gut gefallen [nein, nicht wegen der ganzen uniformierten Deutschen, die da rumrennen!]. Es ist eine der ältesten Städte der Welt, ich habe viel über das Griechisch-Baktrische Reich gelernt, während ich dort war.
Doch das eigentliche Ziel des Ausflugs war ja das andere Ufer des Oxos (so hieß er zu Zeiten Alexanders des Großen, zu welchen er auch als das Ende der Welt galt) besser bekannt als Amudarja. Transoxanien als Ausflugsziel! Wie wahnsinnig waghalsig muss man sein, um auf so eine Idee zu kommen? Jedenfalls hatte es tatsächlich den Charme einer Reise in die Anderswelt. Der kleine süße Hauptfeldwebel hatte kurzfristig Manschetten bekommen, nicht etwa, weil ihm das Abenteuer zu riskant erschienen wäre, sondern weil er Angst um seinen Job in der Fernmeldeaufklärung hatte. Er stand aber Schmiere am usbekischen Ufer und versprach, zu warten, bis ich wiederkehre. Wiederholt schärfte er mir ein, kurz vor dem anderen Ufer den Motor abzustellen, die Suzi auf jeden Fall auf der Brücke stehen zu lassen, kurz einen Fuß auf den Boden zu setzen und schnellstens wieder umzukehren. Alles weitere könne man nicht riskieren, da die Afghanen zwar nicht über Infrarot-Sensorik verfügten, wohl aber regelmäßig vom ca. 100 m entfernten Schlagbaum zur Brücke kämen, um am Ufer zu patrouillieren.
Gesagt, getan. Ich ließ die Suzi sogar mitten auf der Brücke stehen, da mir der HFw noch verraten hatte, dass die Überwachungsscheinwerfer vom Brückenkopf nur bis zum vorderen Drittel reichten. Ich kroch also auf allen vieren nach Afghanistan, mit kugelsicherer Weste bekleidet und ohne den Helm abzuziehen. Herrje, mein Großvater, der Tito-Partisan, wäre stolz auf mich gewesen.
Kaum war ich wieder zurück auf usbekischem Boden - ich hatte mich gerade noch im Scheinwerferlicht besinnen können, nicht direkt zu meinem Wachposten zurückzukehren - kam ein gefährlich aussehender gepanzerter Lada Niva aus Afghanistan. Das mussten Drogenschmuggler sein, dachte ich mir. Ich hatte gelesen, dass nachts sehr viele Opiate den Amu Darya passieren. Sie hatten die Fenster offen und hielten an. Mir schlotterten die Knie so sehr, dass ich kaum noch runterschalten konnte. Aus dem Auto jedoch klang eher harmloses Gelächter darüber, dass ich ganz offensichtlich eine Frau mit zivilem Kölner Kennzeichen war, die fern der Heimat Probleme mit der Gangschaltung hatte. Ich traute meinen Ohren nicht: in dem Wagen wurde Serbisch und Russisch geredet. Das war die Rettung! Ich stotterte etwas von deutsche Sanitätsoffizierin (kurioserweise trug ich tatsächlich Majorsdienstgrade) und wünschte ihnen Gottes Segen und alles Gute. Wahrscheinlich waren es tatsächlich irgendwelche Amateurschmuggler. Jedenfalls schien sie weder meine Anwesenheit noch die Tatsache, dass ich fließend Serbisch sprach, zu beunruhigen.
Wie froh war ich, als ich endlich wieder bei meinem Schwarm war und mir den Helm und die Kampfmontur vom Leib reißen konnte! Wir fielen uns in die Arme und ich beschloss, an Ort und Stelle ein Zelt aufzuschlagen, da er am nächsten Tag Spätschicht hatte.
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ist gar nicht so rätselhaft. irland ist durch...
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