hörzu!
ich habe einen sehr lieben freund, der hat - neben vielen anderen - die macke, dass er grundsätzlich auch durch eindeutige veranschaulichungen der objektiven wirklichkeit nie von seinen antizipierten - oft gottseidank harmlosen - urteilen abrückt - und seien sie noch so aus der luft gegriffen. hier ein wörtlich erlebtes paradebeispiel:
D: "du bist also e., schön dich kennenzulernen, was machst du beruflich"
E:"ich bin fotograf"
D:"ah ja, du machst schwarz-weiß-porträts" [ohne ein einschränkendes "wohl", "bestimmt", geschweige denn intoniertes fragezeichen]
E:"nein, eigentlich mache ich landschaftsaufnahmen, und zwar in farbe"
bis heute glaubt freund D selbstredend, E sei ein s/w porträt-fotograf.
die schlimmer zu ertragende untergruppe der jeden satz selbst zu ende denkenden (pardon, sagenden) ist die der bei wortfindungsstörungen vermeintlich abhilfe schaffenden. deutsch scheint wegen seiner kompositionsfreudigkeit ein tummelplatz für diese spezies zu sein, jedenfalls ist mir noch in keiner anderen sprache die beliebtheit dieses sports aufgefallen. zur illustration: ich will den obigen satz sagen, fange an mit "deutsch scheint wegen seiner kom..." und mein gegenüber mischt sich ein und sagt "-binationsmöglichkeiten".
dann gibt es die papageien. die immer die zweite hälfte des satzes wiederholen, den man gerade gesagt hat. der einzige, den ich in dieser eigenschaft wirklich gerne ertragen habe, war mein doktorvater. er hat eine sehr beruhigende art, sätze oder satzteile seines gegenübers zu wiederholen, um ihnen nachdruck zu verleihen.
aber am allerschlimmsten sind wohl leute, die grundsätzlich nicht zuhören, einen aber dabei anstrahlen, als ob sie jedes wort von den lippen aufsaugen würden. gestern wieder erlebt. "du musst entweder den bus xyz oder ABC nehmen, die fahren da und da ab und direkt zum bahnhof", sagte ich. "ja, klar, bus 123 fährt ja hier direkt vor der haustür ab und auch zum bahnhof", entgegnet sie freudestrahlend. "nein, der fährt einen umweg und braucht 20min länger, glaub mir", versuche ich den verkehr zu regeln "ja ist gut, dann nehme ich also bus 123, hab ich mir gemerkt, tschüß und vielen dank"
ich kann mich in diesen situationen immer nur sehr schwer beherrschen. achtung: das hat nichts mit meinem grundsätzlichen problem mit besserwisserei zu tun, ich bin selber approbierte besserwisserin erster garnitur. mir geht es ausschließlich um nichtachtung von kommunikationsregeln. oder bin ich zu intolerant?
D: "du bist also e., schön dich kennenzulernen, was machst du beruflich"
E:"ich bin fotograf"
D:"ah ja, du machst schwarz-weiß-porträts" [ohne ein einschränkendes "wohl", "bestimmt", geschweige denn intoniertes fragezeichen]
E:"nein, eigentlich mache ich landschaftsaufnahmen, und zwar in farbe"
bis heute glaubt freund D selbstredend, E sei ein s/w porträt-fotograf.
die schlimmer zu ertragende untergruppe der jeden satz selbst zu ende denkenden (pardon, sagenden) ist die der bei wortfindungsstörungen vermeintlich abhilfe schaffenden. deutsch scheint wegen seiner kompositionsfreudigkeit ein tummelplatz für diese spezies zu sein, jedenfalls ist mir noch in keiner anderen sprache die beliebtheit dieses sports aufgefallen. zur illustration: ich will den obigen satz sagen, fange an mit "deutsch scheint wegen seiner kom..." und mein gegenüber mischt sich ein und sagt "-binationsmöglichkeiten".
dann gibt es die papageien. die immer die zweite hälfte des satzes wiederholen, den man gerade gesagt hat. der einzige, den ich in dieser eigenschaft wirklich gerne ertragen habe, war mein doktorvater. er hat eine sehr beruhigende art, sätze oder satzteile seines gegenübers zu wiederholen, um ihnen nachdruck zu verleihen.
aber am allerschlimmsten sind wohl leute, die grundsätzlich nicht zuhören, einen aber dabei anstrahlen, als ob sie jedes wort von den lippen aufsaugen würden. gestern wieder erlebt. "du musst entweder den bus xyz oder ABC nehmen, die fahren da und da ab und direkt zum bahnhof", sagte ich. "ja, klar, bus 123 fährt ja hier direkt vor der haustür ab und auch zum bahnhof", entgegnet sie freudestrahlend. "nein, der fährt einen umweg und braucht 20min länger, glaub mir", versuche ich den verkehr zu regeln "ja ist gut, dann nehme ich also bus 123, hab ich mir gemerkt, tschüß und vielen dank"
ich kann mich in diesen situationen immer nur sehr schwer beherrschen. achtung: das hat nichts mit meinem grundsätzlichen problem mit besserwisserei zu tun, ich bin selber approbierte besserwisserin erster garnitur. mir geht es ausschließlich um nichtachtung von kommunikationsregeln. oder bin ich zu intolerant?
saoirse - 5. Nov, 18:21
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