Alltagsbewaeltigung

28
Dez
2006

die highlights der feiertage

haben sich irgendwie mal wieder alle in meiner küche abgespielt.

heiligabend: wir stoßen auf das weihnachtsfest an, der ehemalige mitbewohner mit mitgebrachter cola-PET-flasche (verdünnt, versteht sich), ich mit einer 39-cent-flasche böhmischen schwarzbiers, der gast mit von frau saoirse für autofahrer gezaubertem holunderblütensaft. schönes bild - trinkglas, PET und bierflasche stoßen aneinander.
zweiter feiertag, nach dem weihnachtsoratorium (jetzt bis silvester nicht singen zu müssen, keine weiße bluse bügeln und noten sortieren zu müssen ist fast ein bisschen wie urlaub), in meiner küche, nebst bereits anwesender mutter ein nachbar vom tenor und sein frisch angetrauter ehemann. wir trinken sliwowitz, lesen hören die bethlehem-saga von sowa/polt und lachen uns halb tot.
jetzt freue ich mich auf das traditionelle baum rauswerfen.

23
Dez
2006

pavlov rediscovered

zwei der wichtigsten männer in meinem leben essen gerne scharf. mein schwiegervater auch, aber der ist nicht ganz so wichtig. und zwar so scharf, dass ich nicht mithalten kann, was was heißen will, ich esse nämlich auch sehr scharf, so das viele ausgewachsene männer schon laut schwitzen, wenn sie an meinem essen nur lecken wollen. so ähnlich ist es auch beim trinken, aber das ist eine andere geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden.

heute nun bin ich endlich zu einer überraschenden erkenntnis gekommen: ich kann viel schärfer essen, wenn das essen grün ist. bei rot geht bei mir schon irgendeine signallampe an, die verhindert, dass ich das maximum meiner schärfetoleranz austeste.

gerade eben nacheinander löffelweise salsa verde gegessen, nachos zusätzlich mit dick grünem tabasco beträufelt und in salzig eingelegte peperoni gebissen. nicht der hauch von schmerzgrenze. wäre das ganze essen bei identischem schärfeindex rot gewesen, hätte ich schon ungetoastetes toastbroat essen müssen, um meine geschmacksnerven wiederzuerlangen.

kann mir das bitte jemand erklären?
wachsen chilis vielleicht noch in einer dritten, mir nicht bekannten farbe (wäre ja gut, ein tertium comparationis zu haben)?

5
Dez
2006

es gibt so tage

... man möchte meinen, es läge am vollmond oder am viel zu warmen dezemberwetter. den ganzen tag passieren mir so kleine missgeschicke im haushalt.
- (zu) kurz nach dem aufstehen (ich weiß, man soll erst kaffee trinken und dann mit geschirr hantieren, aber als single geht das so schlecht) eine schale frisch gekochten porridge quer über den küchenboden geschleudert. das zeug klebt wie kleister, mal ganz abgesehen davon, dass mein heißhunger auf warmes frühstück ungestillt blieb und sonst keine kohlenhydrate in der wohnung waren. und was noch viel tragischer war, dabei ging auch eine ecke aus einem heißgeliebten bol raus.
- versehentlich in eine total schimmlige mandarine gepackt. bäh.
- beim papierstapelausmisten mit einer scharfen papierkante unterm fingernagel blutig geschnitten. passiert mir in letzter zeit öfter. ist das papier schärfer geworden?

das einzige highlight heute: bei kaiser's gab es pago erdbeersaft in großen flaschen. mmmhmmm.

1
Dez
2006

gesengte wildsau

während alle welt weihnachtsgeschenke und schokolade kauft, habe ich mir heute einen merkwürdigen herzenswunsch erfüllt: eine haarbürste mit echten wildschweinborsten. seit ich von der existenz dieses luxusartikels weiß, wollte ich ihn besitzen. keine ahnung, warum. mit dem ergebnis bin ich jedenfalls schon jetzt zufrieden: meine borsten verwandeln sich dank dieses nützlichen geräts plötzlich von unzähmbarem gestrüpp in eine glättbare substanz. ob man wohl frischlinge auch mit menschenhaaren kämmen kann? ich würde mich gerne revanchieren! haare hab ich ja genug.

5
Nov
2006

hörzu!

ich habe einen sehr lieben freund, der hat - neben vielen anderen - die macke, dass er grundsätzlich auch durch eindeutige veranschaulichungen der objektiven wirklichkeit nie von seinen antizipierten - oft gottseidank harmlosen - urteilen abrückt - und seien sie noch so aus der luft gegriffen. hier ein wörtlich erlebtes paradebeispiel:
D: "du bist also e., schön dich kennenzulernen, was machst du beruflich"
E:"ich bin fotograf"
D:"ah ja, du machst schwarz-weiß-porträts" [ohne ein einschränkendes "wohl", "bestimmt", geschweige denn intoniertes fragezeichen]
E:"nein, eigentlich mache ich landschaftsaufnahmen, und zwar in farbe"
bis heute glaubt freund D selbstredend, E sei ein s/w porträt-fotograf.

die schlimmer zu ertragende untergruppe der jeden satz selbst zu ende denkenden (pardon, sagenden) ist die der bei wortfindungsstörungen vermeintlich abhilfe schaffenden. deutsch scheint wegen seiner kompositionsfreudigkeit ein tummelplatz für diese spezies zu sein, jedenfalls ist mir noch in keiner anderen sprache die beliebtheit dieses sports aufgefallen. zur illustration: ich will den obigen satz sagen, fange an mit "deutsch scheint wegen seiner kom..." und mein gegenüber mischt sich ein und sagt "-binationsmöglichkeiten".

dann gibt es die papageien. die immer die zweite hälfte des satzes wiederholen, den man gerade gesagt hat. der einzige, den ich in dieser eigenschaft wirklich gerne ertragen habe, war mein doktorvater. er hat eine sehr beruhigende art, sätze oder satzteile seines gegenübers zu wiederholen, um ihnen nachdruck zu verleihen.

aber am allerschlimmsten sind wohl leute, die grundsätzlich nicht zuhören, einen aber dabei anstrahlen, als ob sie jedes wort von den lippen aufsaugen würden. gestern wieder erlebt. "du musst entweder den bus xyz oder ABC nehmen, die fahren da und da ab und direkt zum bahnhof", sagte ich. "ja, klar, bus 123 fährt ja hier direkt vor der haustür ab und auch zum bahnhof", entgegnet sie freudestrahlend. "nein, der fährt einen umweg und braucht 20min länger, glaub mir", versuche ich den verkehr zu regeln "ja ist gut, dann nehme ich also bus 123, hab ich mir gemerkt, tschüß und vielen dank"

ich kann mich in diesen situationen immer nur sehr schwer beherrschen. achtung: das hat nichts mit meinem grundsätzlichen problem mit besserwisserei zu tun, ich bin selber approbierte besserwisserin erster garnitur. mir geht es ausschließlich um nichtachtung von kommunikationsregeln. oder bin ich zu intolerant?

15
Sep
2006

aber bitte ohne sahne

die pflaumenkuchensaison ist im vollen gange und jeder, der frau saoirse gut kennt, hat schon einmal von ihrem leckeren pflaumenkuchen probiert. bisweilen sogar ganze hochzeitsgesellschaften, so zum beispiel vor ziemlich genau zwei jahren bei kevinhorstelterns* party.

nun kann man aber meiner meinung nach einem leckeren kuchen kaum etwas schlimmeres als die greueltat der verzierung mit schlagobers zumuten. ich halte das wirklich für nichts anderes als eine zumutung.

von meiner abneigung gegen geschlagene sahne konnte meine selige oma schon in meiner kindheit ein lied singen. denn erdbeeren esse ich noch viel lieber als pflaumen, aber omas meinung nach sollte erdbeertorte an einer gepflegten kaffeetafel zwangsläufig mit weißem häubchen dekoriert werden. igittigitt, pflegte ich zu sagen, das obst ist doch soooo lecker, da muss man doch nicht mit diesem süßlichen milchfett ran.
von der unsitte, hierzulande auf die bestellung eines cappuccinos hin gefragt zu werden "mit milchschaum oder mit sahne" einmal ganz zu schweigen. kaffee mit schlag mag es vielleicht in wien geben, ein cappuccino ist und bleibt italienisch.

ganz egal, was es ist - herrliche selbstgebackene waffeln mit heißen kirschen, leckeres haägen-dasz-eis, bratäpfel... sahne gehört bestenfalls auf einen kakao mit amaretto. das ist aber auch schon alles. und dann bitte eklige billig-sprühsahne, die nach ostblock schmeckt. am besten mit eierlikör-aroma, gab es mal bei lidl und sah aus wie montageschaum.
à propos montageschaum: habe ich schon von meiner heimlichen leidenschaft für montageschaum berichtet? nein? schade. ein anderes mal, versprochen!

* damals gab es kevin horst noch nicht, aber heute gibt es ihn, und ich kann ihnen versichern, liebe leser: er isst keine schlagsahne, ja strenggenommen gar keine kuhmilchprodukte, und es geht im blendend!

27
Aug
2006

knobel-lauch

dinge, die die welt nicht braucht:
die knoblauchkarte. gesehen im besteckfach einer irischen spuele. zweimal falsch geraten. erst dachte ich, es sei etwas, was man in die waschmaschine tut, damit die waesche besser riecht (!). dann glaubte ich, es sei etwas zum einkaufen, wo man punkte sammelt, wenn man besonders viel knoblauch kauft (das koennte ja z.b. die krankenkassen entlasten). gestern habe ich -nach ausfuehrlicher lektuere der gebrauchsanweisung - dann damit ingwer und knoblauch in die marinade gerieben. und - es funktioniert tatsaechlich. frage ist nur, was waere, wenn es nicht lauter Gs und Cs waeren (die sich ja zum reiben bestens eignen) sondern KK wie im deutschen?

6
Aug
2006

die waffen der männer

a knight in shining armour (British & Australian, American & Australian)
someone who helps you when you are in a difficult situation.
She looked around the bar to see if there was a knight in shining armour who might come and save her from this awful man.

das ist doch mal eine schöne wörterbuchdefinition. mehr davon gibt es hier.

frage an das werte publikum: was ist, wenn der ritter in flecktarn und mit einem bewaffnet daherkommt? gilt dann immer noch, dass er mich von dem awful man retten kann?

11
Jul
2006

E sechshundertundsowienoch

nein, ich bin nicht schwanger. aber an manchen tagen überkommen mich perverse ganz spezifische gelüste. vorzugsweise mitten in der nacht. es muss dann eine ganz bestimmte sorte tortillachips mit einer noch viel bestimmteren sauce sein. oder salatfixkrönungsdingsda gartenkräuterchemie von kn*rr (knurr! sagt mein magen gerade). oder dänischer vanillezucker, slowenischer erdbeersaft, thai-curry aus dem plastiknapf (aber nur eine ganz bestimmte sorte)... ach, ich könnte eine ganze palette von garantiert umweltfeindlichen und hundertprozentig künstlichen stoffen aufzählen, nach denen mir manchmal so ist.

ob ich eine heimliche sucht nach nervengift entwickelt habe?

8
Jul
2006

megalomanie

heute hätte ich mal gerne mehr von allem, bitte!
mehr geld, mehr sex, mehr ideen, mehr rock'n'roll, mehr zeit, mehr glauben, mehr spaß, mehr kraft, mehr hoffnung...
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